Hier finden Sie Informationen über Aktivitäten und Projekte an unserer Schule. Ebenfalls gibt es Zeitungsartikel über die Erasmus-Kittler-Schule.

 

Generalüberholung Flachschleifmaschine:
BFS Projekt: Generalüberholung einer 50-jährigen Flachschleifmaschine


„Nachbarschaftshilfe“
Wo ein Praktikum machen, wenn man einen metalltechnischen Beruf erlernen möchte? Am besten beim Nachbarn gegenüber, wenn dieser die Fa. Göckel, ein weltweit tätiges Unternehmen zur Herstellung von Präzisions-Flachschleifmaschinen ist. Diesen Gedanken hatten die Schüler der Erasmus-Kittler-Schule Kevin Lehr und Rene Rupp. Ihr Lehrer, Helmut Conrad, war damit noch nicht zufrieden. Ihn kümmerte seit langem der Zustand seiner 50 Jahre alten Flachschleifmaschine, Hersteller: Fa. Göckel. Damit lautete das Ziel des zweiwöchigen Praktikums: Generalüberholung der Flachschleifmaschine mit Hilfe der Fachkompetenz des Herstellers.
Dazu musste die Schleifmaschine transportiert, zerlegt, gereinigt, lackiert und mit normgerechter Sicherheitsausstattung versehen wieder montiert werden. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme fand im Rahmen einer kleinen Feier die Übergabe in der Werkhalle der Kittler-Schule statt, bei der sich alle Beteiligten über ein gutes Stück gelebter Nachbarschaft freuten.

Von der Waschmaschine zum Grill

Wie bereitet man männliche Jugendliche, die im Schulbetrieb Schwierigkeiten hatten, auf eine metalltechnische Berufsausbildung vor? Ein Weg dazu ist jetzt mit der Berufs-fachschulklasse der Erasmus-Kittler-Schule von der Planung bis zum Verkauf von Grill`s begangen worden. Die Schüler produzieren einen Edelstahlgrill, der nicht nur einen erheblichen Gebrauchswert darstellt, sondern auch gut aussieht. Die dabei gesammelten Erfahrungen stellen das lädierte Selbstwertgefühl der Schüler auf ein solides Fundament.

Dazu stellte die kreiseigene Verwertungsgesellschaft Azur sechs Waschmaschinen-Trommeln zur Verfügung; zusätzlich spendierte die interessierte Bevölkerung mehrere Waschmaschinen, aus denen nicht ohne Kraftanstrengung die Trommeln noch auszubauen waren. Im Anschluss daran war eine Entscheidung darüber zu treffen, welche Teile selbst gefertigt werden oder nach Studium von Herstellerkatalogen zugekauft werden können; am Ende belief sich die Summe der Zukaufteile auf 90 Euro. In der Fertigung wurde der nicht leicht zu bearbeitende Edelstahl gebohrt, gebogen, gedreht, geschweißt und geschliffen. Durch einen fertigungstechnischen Kniff ist der Grillrost, der von einem Baumarkt gesponsert wurde, stufenlos in der Höhe verstell- und schwenkbar. Müßig zu erwähnen, dass der Grill nach seiner Fertigstellung einer strengen Erstprüfung unterzogen wurde.

            

 


Die Berufsfachschule (Bericht aus dem Darmstädter Echo)

Die zweijährige Berufsfachschule bietet Jugendlichen, die einen Hauptschulab-schluss haben, aber noch nicht reif für eine Berufsausbildung sind oder schlicht ihre Qualifikation verbessern wollen, an, die Mittlere Reife zu erwerben. Dieser Abschluss erhöht die Chancen einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz im metall-technischen Gewerbe. Er ermöglicht aber auch den weiterführenden Besuch der Fachoberschule Klasse 11.
Wie an jeder anderen Realschule auch stehen u.a. Fächer wie Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik und Sport auf dem Stundenplan. Der große Unterschied besteht aber darin, dass sowohl in der Theorie wie in der Werkstatt Grundlagen der Metalltechnik gelernt und eingeübt werden. Der Werkstattunterricht hat einen Umfang von 8 Stunden pro Woche und beinhaltet Themen wie Ausmessen von Werkstücken, handwerkliche und maschinelle Bearbeitung von Metallen, bis zur Herstellung von Schraub-, Niet-, Kleb-, Löt- und Schweißverbindungen. Betriebliche Erfahrungen und damit Kontakte zu möglichen Ausbildern können die Jugendlichen in zwei Praktika von je zwei Wochen Dauer sammeln. Ein einwöchiges Praktikum „Compassion“ fördert das eigene Kennenlernen und die Sozialkompetenz, da es in Einrichtungen wie Altersheimen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Gefängnissen abgeleistet wird.
In jedem Jahrgang wird eine werkstattpraktische Arbeit durchgeführt, an der nicht nur mehrere Fächer, sondern auch außerschulische Partner beteiligt sind. So haben zwei Schüler eine 40 Jahre alte Flachschleifmaschine der Erasmus-Kittler-Schule beim Hersteller dieser Maschine, der Göckel GmbH, komplett zerlegt und wieder zusammengesetzt, dabei Verschleißteile ersetzt, die Sicherheitsausstattung modernisiert; als Dankeschön gab es zwei Ausbildungsverträge der Göckel GmbH. In einem anderen Projekt wurden anlässlich der 200-Jahrfeier des Parks Rosenhöhe die verrotteten Holzschilder der Partnerstädte Darmstadts durch CNC-gefräste Schilder aus Aluminium ersetzt. In einem weiteren Projekt wurden die Edelstahl-Trommeln alter Waschmaschinen zu Grills umgebaut; da zu diesem Projekt mehrere Zukaufteile gehören, mussten die Schüler in Herstellerkatalogen diese Teile aussuchen, die Preise vergleichen und die Gesamtkosten ermitteln. Abschließend konnten acht Grills verkauft und so ein Grundstock für eine Klassenfahrt gelegt werden.

 

Berufsfachschule - Projekt "Sozialarbeit"

„Der eine Blinde, der kannte dort jeden Zentimeter genau, das war unglaublich“

Ein Sozialprojekt an der Berufsfachschule


„Der letzte Patient war Herr H.. 2 Stunden lang habe ich erst frischen Kaffee ge-macht, dann dem Kätzchen neues Futter gegeben, geputzt, gewaschen und an-schließend das Mittagessen vorbereitet. Ich war etwas traurig, dass es schon vorbei war, denn die Patienten habe ich mir ins Herz eingeprägt. .... Es hat mir sehr viel Spaß gemacht im Pflegedienst und ich würde die Woche gern wiederholen.“
Tarik Benabdeslam (17) ist Berufsfachschüler an der Erasmus-Kittler-Schule und berichtet über seine Erfahrungen mit dem Projekt „Compassion“.
Eine Woche waren die Schüler in sozialen Einrichtungen, im Pflegedienst, in Alten-heimen, in Behindertenheimen und in Kindergärten. Seit 2005 ist diese Projektwoche Teil des Unterrichts in der BFS, ungewöhnlich für die Erasmus-Kittler-Schule, die in erster Linie auf  technische und handwerkliche Berufe vorbereitet. Schulpfarrer Haug hat es eingeführt: "Wir haben nach Wegen gesucht, zusätzlich zu den fachlichen In-halten auch soziale Kompetenzen praktisch zu vermitteln. Die Schüler sollen durch eigenes Handeln lernen. Dann wachsen sie an ihren Erfolgen"
In Tagesberichten und einem Gesamtrückblick auf die Woche werden die Erfahrun-gen gewichtet und gewertet. Im anschließenden Unterricht bilden sie die Grundlage der Reflexion über den Wert des Lebens und der Hilfe, über Selbstliebe und Nächs-tenliebe, über Eigenverantwortung und institutionelle Angebote.
Armis Delanovic (17) ist vom Kinderhaus im Elisabethenstift  sehr beeindruck, wie sein Bericht über den letzten Tag zeigt: „Ich spielte mit den Kindern bis 12 Uhr. Da-nach haben wir einen Kreis gebildet. Dies war der Verabschiedungskreis für mich. Da haben wir gesungen, was gespielt und ich bekam eine Mappe mit Bildern, wie ich bei den Kindern war. Ich hatte Schluss gehabt, aber ich beschloss, weiter zu bleiben. Zur Verabschiedung gingen wir alle in den Hof, bis das letzte Kind abgeholt war.“
Bei ihm kommt eine weitere Absicht des Projektes zum Tragen: die jungen Men-schen sollen sich ausprobieren und schlummernde Fähigkeiten entdecken, die zu neuen Gedanken für die Berufswahl führen könnten: „Ich hätte die Schule wechseln können, weil ich beim Kinderhaus sehr zuverlässig war und gut mit den Kindern und den Erzieherinnen umgehen konnte“.
Patrick Debus (17) macht Erfahrungen in einem Seniorenheim in Eberstadt: „Ich ha-be in der sozialen Betreuung gearbeitet. Ich fand es beeindruckend, dass alte Men-schen, die 95 Jahre alt sind, auch noch richtig fit sein können. In dieser Woche habe ich gelernt, dass alten Menschen geholfen werden muss, aber auf verschiedene Ar-ten, z.B. Hygiene, Körperpflege, soziale Betreuung; und dass sie auch richtig fit sind.“
Raphael Gassmann (16) berichtet von einer Behinderteneinrichtung in Dieburg: „Ich konnte Gehbehinderte mit dem Rollstuhl schieben, Blinden die Wege zeigen und mit geistig Behinderten reden und Spiele spielen oder puzzeln. Was mir auffiel, dass vie-le alleine zurecht kommen trotz Behinderung; wie der eine Blinde, der kannte dort jeden Zentimeter genau, das war unglaublich.
Die Woche hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Das war mal was ganz Neues mit anderen Menschen und mit Behinderungen, also ein Praktikum sollte jeder mal in so einer Einrichtung machen, ich glaube, das würde vielen was bringen.“

 

 Schilder für die Rosenhöhe

Anlässlich des 200. Jahrestages der Darmstädter Rosenhöhe kamen Vertreter der Stadt auf die Schule mit der Bitte zu, die strak verrotteten Holzschilder der Partnerstädte durch solche aus Metall zu ersetzen; wie man auf dem Bilde erkennt, kein Problem für
die Schüler der BFS...

 

 

 

 

 

 

 

Fachoberschule - Schüler organisieren einen Datenschutzgipfel

Einjährige Fachoberschule

Die einjährige Fachoberschule entwickelt die Studierfähigkeit und ermöglicht das Studium an einer Fachhochschule. Wegen des andauernden Lehrermangels an Berufsschulen ist auch ein Studium an der TU-Darmstadt für das Lehramt an beruflichen Schulen seit wenigen Jahren möglich. Die Fachoberschule wird in der Fachrichtung Technik in den Schwerpunkten Maschinenbau und Informationstechnik angeboten. Interessenten werden zur Klasse 12 zugelassen, wenn sie einen mittleren Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen Beruf vorweisen können. Der Zugang über die Klasse 11 der Fachoberschule ist – ohne abgeschlossene Berufsausbildung - ebenfalls möglich.

Ein Leben als Student unterscheidet sich von dem eines Schülers u.a. darin, dass der eine seine Inhalte und Aufgaben selbst organisiert. Folglich ist auch der Unterricht in der Fachoberschule so angelegt, dass die künftigen Studenten zu einem Maß an Selbstorganisation angehalten werden, wie sie es vorher nicht gekannt haben. Bei diesem nicht immer einfachen Prozess machen alle Beteiligten wertvolle Erfahrungen.
Ein Beispiel dazu war ein von Schülern organisiertes Treffen mit Lokalpolitikern aller Parteien zum Thema: „Sicherheit im Netz“ vgl. DE, 16.4.2010. Es waren eingeladen: Brigitte Zypries, SPD; Rafael Reißer, CDU; Leif Blum FDP; Adrian Gabriel, Die Linke; Daniela Wagner, Die Grünen und Andre` di Stefano, Die Piraten. Über die Freude darüber, dass alle Eingeladenen erschienen waren, ging es den Veranstaltern zunächst dar

um, die Videoüberwachung im öffentlichen Raum zu erörtern, die vielen zu weit gehe, Straftaten nicht verhindere und zu deren Verlagerung führe und mit anderen Mitteln besser zu verwirklichen wäre sowie der Vorratsdatenspeicherung.

Einig waren sich die Anwesenden in der Feststellung, dass sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen Medienkompetenz fehle; den einen, weil sie sorglos Daten preisgeben, den anderen, weil sie nicht mit dem Internet aufgewachsen wären und ihre Kinder nicht entsprechend aufklären könnten.